Narrative

Hello, World: Das Internet hatte einmal Seele – holen wir sie zurück

Another Door

Es begann nicht mit einem Businessplan. Nicht mit einem Pitchdeck, einer Marktanalyse oder der Idee, "ein digitales Medienprodukt" zu erschaffen.

Eigentlich begann es mit Müdigkeit. Mit diesem komischen Gefühl, nach einer Stunde Internet gleichzeitig überinformiert und komplett leer zu sein.

Überall ist Lärm. Alles muss sofort passieren. Jede Meinung maximal zugespitzt. Jede Schlagzeile ein kleiner Nervenzusammenbruch. Plattformen, die behaupten Menschen zu verbinden, während sie sie gleichzeitig in Lager sortierten und gegeneinander optimierten. Jeder will sichtbar sein. Jede Person eine Marke. Jede Emotion verwertbar.

Und zwischen Werbung, Push-Meldungen, Rage-Bait und algorithmischer Dauererregung entstand eine einfache Frage:

Was wäre, wenn man einfach ein Magazin machen würde, das nichts fordert?

Eines, das nicht versucht, Menschen festzuhalten wie ein Geldspielautomat. Kein Ort für künstliche Dringlichkeit. Kein digitaler Jahrmarkt der Eitelkeiten. Sondern ein Ort für Gedanken. Für Kultur. Für Kunst. Für Technologie. Für gesellschaftliche Fragen. Für Dinge, die schön sind. Oder unbequem. Oder beides gleichzeitig.

So entstand ìts.irgendwie

New Start

Nicht als Gegenbewegung im grossen revolutionären Sinn. Eher leiser Trotz. Als Wunsch, wieder eigene Inhalte zu machen, die keinem Algorithmus gefallen müssen. Texte, die vielleicht auch morgen noch gelesen werden mögen. Gedanken, die nicht nach drei Sekunden Aufmerksamkeit kollabieren. Texte die manchmal lächerlich einfach wirken, oder schräg. Texte die manchmal so persönlich sind, dass sie auf null Interesse stossen, geschweige denn ein Publikum finden werden. Texte die nicht professionell geschrieben werden und daher Fehler haben werden.

Von Anfang an war klar, dass dieses Projekt anonym bleiben soll.

Das Internet hat bereits genug Gesichter, die sich selbst ins Zentrum stellen. ìts soll nicht um Autoren kreisen. Nicht um Egos. Nicht um Reichweite. Sondern um Inhalte, Perspektiven und Neugier.

Vielleicht wirkt das romantisch. Wahrscheinlich sogar naiv. Und darin liegt ein Teil der Idee.
Und ja, Anonymität wird sich nicht auf Dauer aufrecht erhalten lassen.

Keine Werbung. Keine Sponsoren. Keine versteckten Interessen. Keine Paywall.

Und auch keine Kommentarspalten, in denen Diskussionen nach drei Minuten in digitalen Strassenkampf zerfallen. Mehr dazu, also wofür wir stehen, findet sich hier.

Natürlich ist auch ìts.irgendwie Teil der modernen Welt. AI wird genutzt. Für Recherche, für Ideen, für Bilder. Für Übersetzungen.
Wie erklärt, kommt halt auch kein Geld rein. Darum werden einige Bilder in den Artikeln Symbolbilder sein. Wir können es uns kaum leisten überall hin zu fahren um selbst Fotos zu machen. Da wir aber Spass an der Generierung solcher Bilder mit AI haben, werden diese genutzt und mit „Artificial“ gekennzeichnet sein. Wir werden niemals Fotos als echt ausgeben die es nicht sind. Also nichts mit Deepfakes.
Technologie ist nicht der Feind. Naja, je nach Kontext. However, es geht hier nicht darum, Technologie zu feiern oder zu verteufeln, sondern darum, sie einzuordnen.

Am Ende jedenfalls wurde dieses Magazin aus einer sehr einfachen Sehnsucht geboren: dem Wunsch nach einem Ort, der sich nicht permanent verkaufen muss.
Ein Ort für Menschen, die manchmal einfach nur kurz aus dem digitalen Dauerfeuer verschwinden möchten. Auch wenn gesagt sein muss: das funktioniert ausserhalb der digitalen Welt noch viel besser. Ehrlich.

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